Freistaat fördert Ausbau des musischen Exzellenzzweigs am Matthias-Grünewald-Gymnasium

Bundesweit einmaliges Konzept

04.09.2018
Foto: pixabay.com
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Die Förderung musikalisch besonders talentierter Schülerinnen und Schüler hat am Matthias-Grünewald-Gymnasium (MGG) Tradition. Ein intensiver Instrumentalunterricht und Kooperationen mit der Hochschule für Musik, dem Mainfrankentheater und der Dommusik kennzeichnen die Ausrichtung des Gymnasiums.
Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Oliver Jörg wird der Studienzweig Musik am MGG jetzt deutlich ausgebaut.

„Das Matthias-Grünewald-Gymnasium bietet als einzige Schule Bayerns, die den Studienzweig Musik anbietet, beste Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung im Sinne der Begabten- und Hochbegabtenförderung“, erklärt Jörg sein Engagement. Über die bestehenden Kooperationen hinaus bietet Würzburgs kulturelles Umfeld hervorragende Bedingungen für weitere Anknüpfungspunkte. Mit seinem angegliederten Internat kann das MGG außerdem Schülerinnen und Schüler aus dem gesamten bayerischen Raum und bei Bedarf darüber hinaus aufnehmen. „Die Musikstadt Würzburg erfährt dadurch eine entscheidende Stärkung“, ist sich Jörg sicher.

Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag hatte sich bereits 2016 beim damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer für eine Weiterentwicklung des MGG zum musischen Exzellenzgymnasium stark gemacht. Es folgte ein Antrag, in dem die Staatsregierung zur Prüfung entsprechender Konzepte aufgefordert wurde. Jetzt haben das Matthias-Grünewald-Gymnasium und die Hochschule für Musik Würzburg in Absprache mit dem Kultusministerium ein abschließendes Konzept erarbeitet. 

Es sieht eine dreistufige Struktur vor. In der Eingangsstufe werden von der Jahrgangsstufe 5 an begabte Schülerinnen und Schüler aufgenommen, die sich eventuell für das sogenannte Pre-College eignen. Das Pre-College ist eine Einrichtung der Hochschule für Musik und bietet außergewöhnlich begabten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich während der Schulzeit auf ein Musikstudium vorzubereiten.

Ab der Jahrgangsstufe 8 beginnt der Exzellenzzweig: der Übertritt in das Pre-College. Das MGG schlägt geeignete Talente vor, berät und begleitet sie.

In der Oberstufe wird schließlich eine weitere Förderung für einen musikalischen bzw. musiknahen Beruf angeboten. Die Schule führt in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Vorbereitungskurse für Aufnahmeprüfungen durch.

Die Struktur, die bereits als „Würzburger Konzept“ bezeichnet wird, ist bundesweit einmalig. „Unser Modell lässt allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, unterschiedliche Leistungsebenen zu erreichen. Auch wenn bestimmte Leistungsstufen nicht erreicht werden, gibt es weiter eine angemessene Förderung. Das unterscheidet uns in Würzburg von dem Konzept anderer Spitzenförderungsorte wie Dresden oder Weimar“, erklärt Jörg. „So gelingt uns die musikalische Spitzenförderung von Anfang an und wir leisten zugleich Breitenförderung für den großen Bedarf an Dirigenten im Laienmusikbereich, an qualifiziertem Nachwuchs für die Musikschulen oder im Bereich der Kirchenmusik.“ 

Das Modell wird auf Jörgs Initiative hin vom Freistaat tatkräftig unterstützt. Das Matthias-Grünewald-Gymnasium erhält eine weitere Erhöhung des Budgetzuschlags je nach Anzahl der Schülerinnen und Schüler. Zusätzliche Mittel für den Sachaufwand, zum Beispiel den Ankauf weiterer Instrumente, sind ebenfalls geplant. Zudem können zusätzliche Übungsräume zur Verfügung gestellt werden. Wird das Modell gut angenommen und der Ausbau der Fördermöglichkeiten am MGG führt zu einer deutlichen Zunahme an Pre-College-Studierenden, kann die Musikhochschule auch weitere Stellen beantragen.